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München hat sich zum „Hotspot“ einer Bewegung entwickelt, die den Jazz wieder auf die Füße stellen will. In der bayrischen Landeshauptstadt hat sich eine Szene junger Musiker*innen daran gemacht, das eng geschnürte Korsett von Jazz als Kunstmusik zu sprengen, um die Töne, Klänge und Rhythmen wieder zum Tanzen zu bringen. Jazz ist für diese Szene keine virtuos dargebotene Gattung mehr. Vielmehr zeigt sich im Jazz eine Haltung, die sich auch in der grenzenlos erscheinenden Handhabung des musikalischen Materials offenbart. Das Leo Betzl Trio (kurz: LBT) zum Beispiel übersetzt die stoischen Patterns des Techno in die kammermusikalische Groove-Ästhetik eines Jazz-Piano-Trios, während der phonstarke Bläsersatz der Jazzrausch Bigband sich den schrillen „Hyper Hyper“-Schlachtruf einverleibt. Rauschhaft, spirituell und hypnotisch zugleich.

Auch Fazer lassen sich dieser jungen Szene in München zurechnen – wenngleich dieser Fünfer subtiler zu Werke geht. Die zwei Schlagzeuger, Simon Popp und Sebastian Wolfgruber, spielen eine wichtige Rolle in dieser Band. Das rhythmische Fundament, das die beiden mit dem Bassisten Martin Brugger im akustischen Raum fixieren, wird im nächsten Moment wieder aufgelöst und unter Spannung gesetzt. Diese Ambivalenz sorgt wiederum dafür, dass Paul Brändle (Gitarre) und Matthias Lindermayr (Trompete) überhaupt erst ein weites Netz spannen können, in dem sich die Klänge ebenso atmosphärisch in alle Richtungen öffnen können wie in den Knoten zu Trauben verdichten lassen. Erst dieses Setting macht es Fazer möglich, eine Brücke vom Jazz-Funk und -Rock der 1970er zum elektronisch-digitalen Dancefloor von Heute zu schlagen.

 

Ticket → SAAL: VVK 32,00 €

ermäßigt: VVK 24,00 €

Nürnberger Jazzmusiker e.V.: VVK 18,00 €

(Alle VVK-Preise zuzüglich Gebühren)

 

 

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